Pressestimmen: Erstes Paket zur Umsetzung der Sportentwicklung in Reutlingen beschlossen

110000 Euro setzt die Stadt Reutlingen im kommenden Jahr außerplanmäßig ein, um vor allem Kinder und Jugendliche an Sport und Bewegung heranzuführen. Das vom Reutlinger Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossene Paket ist der erste konkrete Schritt zur Umsetzung des Sportentwicklungsplans.

Die Förderung und Weiterentwicklung des Sports, organisiert und nicht-organisiert, ist ein wichtiges Ziel der Reutlinger Kommunalpolitik. So wurde im vergangenen Jahr ein entsprechender Plan vorgelegt, der mit Vertretern des Sports und Bürgern entwickelt worden war. Allerdings fand wegen des notwendigen Abstimmungsbedarfs keiner der insgesamt 75 Empfehlungen im aktuellen Doppelhaushalt Niederschlag. Allerdings erhielt eine Planungsgruppe den Auftrag, abgestimmte Vorschläge zu entwickeln und dem Gemeinderat auf den Tisch zu legen. Dies war jetzt der Fall.

Wie Sportamtsleiter Uwe Weber sagte, wirkten die jetzt beschlossenen Maßnahmen in die Zukunft hinein. So sollen die Fachdienste Bewegung und Naturpädagogik beim Sozialamt in ihrer Personalkapazität aufgestockt werden. Die Ausstattung der Reutlinger Kindergärten mit »Bewegungsbaustellen« soll Zug um Zug vorangetrieben werden. Zwei Kindergärten werden im kommenden Jahr davon profitieren. In städtischen Hallen sollen - wie in der neuen TSG-Halle - sogenannte Bewegungslandschaften eingebaut werden. Als erstes wird die neue Carl-Diem-Halle bedient. Teil des Pakets ist auch eine Überprüfung des Radwegenetzes auf Lücken hin samt der Beseitigung von Gefahrenstellen.

Übereinstimmend begrüßten die Gemeinderäte das Paket. Suse Gnant (SPD): »Heute geht es endlich los«. Auch der Ansatz, das Hauptaugenmerk auf Kinder und Jugendliche zu richten, sei richtig. Zahlreiche Räte hoben positiv hervor, dass man sich des Radwegnetzes annimmt. Dies sei auch ein wesentliches Ergebnis der Bürgerbeteiligung gewesen, hob Özlem Isfendiyar (Grüne) heraus. Und Dr. Werner Felix Schobel (WiR) fand es bemerkenswert, dass Fahrradwege »aus dem Sportentwicklungsplan finanziert werden«.

Rainer Löffler (CDU) fasste zusammen. »Wir setzen ein deutliches Zeichen in Richtung Sport, dass wir gewillt sind, zu handeln«, sagte er. Er wies allerdings auch auf Punkte hin, wo es noch keine Einigung mit dem organisierten Sport gibt. Da sei zum einen die Frage der Großsporthalle, die eines neuen Hallenbads, respektive der Zentralisierung des Schwimmsports im Freibad Markwasen und die Schaffung dezentraler Sporteinrichtungen in Ortsteilen, was dem Konzept der Stadt etwas zuwiderlaufe. Ein zentraler Streitpunkt sei weiterhin die Nutzung der städtischen Hallen abends und in Ferienzeiten. Dies unterstrichen auch andere Gemeinderäte.

Um bei der Umsetzung des Sportentwicklungsplans weiter zu kommen und das Gesamtpaket Zug um Zug umsetzen zu können, sind noch flankierende Maßnahmen nötig. So müssen die Richtlinien für die Sportförderung überarbeitet werden. Und damit zur Unterstützung der Vereine eine hauptamtliche Kraft bei der Arbeitsgemeinschaft (ARS) eingestellt werden kann, muss diese noch ihre Hausaufgaben erledigen. (GEA)

 

Quelle:

http://www.gea.de/region+reutlingen/reutlingen/zielrichtung+kinder+und+jugendliche.2220123.htm vom 1.10.2011