Nun hat es die Stadt noch einmal schriftlich: Kornwestheim mangelt es massiv an Sporthallenkapazitäten. Die Stadt benötigt eine Mehrfachhalle mit angeschlossenem Gymnastikraum. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS), die Dr. Stefan Eckl am Donnerstagabend im Gemeinderat vorstellte. Einige Tage zuvor hatte der Sportwissenschaftler die Studie im nicht öffentlich tagenden Sportbeirat vorgestellt, weshalb die zweite Präsentation - nun in einer öffentlichen Sitzung - nur auf mäßiges Interesse stieß.
Dass Kornwestheim über zu wenig Sporthallen verfügt, hatte das IKPS schon im vor zwei Jahren vorgelegten und zusammen mit Vertretern der Stadt, des Gemeinderats, der Vereine und des nicht organisierten Sports erarbeiteten Sportentwicklungsplan festgestellt. Seinerzeit schrieb Eckl: "Daher höchste Priorität: organisatorische Maßnahmen zur Optimierung der Hallenbelegung als auch Neubau einer wettkampftauglichen Ballsporthalle". Nunmehr hat Eckl untersucht, was für eine Halle Kornwestheim genau benötigt. Er hat dabei auf Informationen der Sportvereine zurückgegriffen, die detailliert aufgelistet hatten, wann welche Sportgruppe in welcher Halle aktiv ist.
Nicht jede Gruppe, erläuterte der Sportwissenschaftler, bräuchte gleich eine große Halle. Mitunter genüge auch ein Gymnastikraum. Für Kampfsport, Turnen oder den Kindersport reichten kleinere Einzelhallen, für Ballsport sei in der Regel eine Halle mit Normmaß von 15 mal 27 Metern und einer Höhe von fünfeinhalb Metern erforderlich.
Derzeit, hat Eckl errechnet, fehlen in Kornwestheim für 19 Stunden in der Woche kleinere Einzelhallen. Besonders für die Zeit von 17 bis 20 Uhr suchen die Sporttreibenden freie Hallen. Der IKPS-Geschäftsführer geht davon aus, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren massiv erhöhen wird. Noch arger ist die Situation bei den ballsporttauglichen Hallen. 46 Wochenstunden könnten schon jetzt zusätzlich belegt werden. 76 werden es später sein. Hier mangelt es nicht nur von 17 bis 20 Uhr an Kapazitäten, sondern auch in der Zeit danach. Der Bestand an Gymnastikräumen sei nur für die Zeit bis 20 Uhr als ausreichend zu bezeichnen. Für den Abend ergäben sich Engpässe, so Eckl.
Sein Fazit: "Zusammenfassend kann für den Übungsbetrieb von einer Unterversorgung mit Hallen und Räumen ausgegangen werden." Betroffen seien alle Formen von Hallen und Räumen. Ein Ausweichen nach Pattonville empfiehlt Eckl nicht, weil damit die Entwicklung des weiterhin wachsenden SV Pattonville eingeschränkt würde.
Bei den Sportflächen unter freiem Himmel sieht es nach den Berechnungen von Eckl deutlich besser aus. Die Versorgungslage sei "gut bis sehr gut", schreibt IKPS in seinem Gutachten. Diese Aussage gelte sowohl für den Sommer auch für den Winter, "wenngleich im Winter die Kapazitäten insgesamt geringer sind", heißt es in der Untersuchung.
Oberbürgermeisterin Ursula Keck regt im Haushaltsplan fürs kommende Jahr an, 2014 mit dem Bau einer ballsporttauglichen Halle zu beginnen. Dann verfüge die Stadt über die finanziellen Mittel, um das Projekt zu stemmen. Wie groß die Halle ausfallen und ob sie auch über Zuschauerränge verfügen wird, das will die Stadt - so wie es auch das IKPS empfiehlt - zusammen mit dem Stadtverband für Sport, dem Dachverband der Kornwestheimer Sportvereine, erörtern.
Quelle:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.hallenkapazitaeten-zu-schwach-bemessen.8875351e-c4ff-45b6-af21-c0257b05930d.html vom 28.11.2011