dpa-Gespräch vom 08.04.03 Kommunen/Sport/ (dpa-Gespräch) Berater für Sportentwicklung: Kommunen denken bei Sportplanung um Stuttgart (dpa/lsw) - Immer mehr Kommunen im Südwesten versuchen das örtliche Sport- angebot durch Kooperation der Vereine und einen gezielten Sportentwicklungsplan zu verbessern. «Nicht zuletzt wegen der Finanzknappheit setzt in den Gemeinden ein Umden- ken ein», sagte der Geschäftsführer des Stuttgarter Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung, Stefan Eckl, am Mittwoch in einem dpa-Gespräch. «Nicht jede Kommune kann sich ein eigenes Hallenbad oder eine große Halle für Spitzensport leisten. Deshalb werden regionale Kooperationen immer wichtiger», erklärte Eckl, dessen Institut Städte und Gemeinden bei der Entwicklung ihrer Sportplanung berät. Er bewertete die neuen Leitsätze des Städtetages für die kommunale Sportentwicklung als sehr positiven Ansatz. «Die Kommunen haben erkannt, dass das bisherige Angebot nicht ausreicht, um den vielfältigen Veränderungen im Sport gerecht zu werden», sagte Eckl. So hätten Untersuchungen ergeben, dass sich etwa 70 Prozent der Menschen in irgendeiner Weise sportlich betätigt, aber nur 30 Prozent dies in einem Verein tun. «Deshalb reicht die Standard-Infrastruktur der Sportanlagen, wie sie bis in die 70-Jahre in al- len Gemeinden gebaut wurde, nicht mehr aus», meinte Eckl und plädiert für neue Bewe- gungsräume, die den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Da aber die finanziellen Mög- lichkeiten vieler Vereine begrenzt sind, könnten die Kommunen deren Kooperation und die gemeinsame Nutzung der Sportstätten fördern. Das führe zu einer besseren Auslastung der bestehenden Einrichtungen und könne beim Neubau von Sportanlagen und Hallen berück- sichtigt werden. Eckl hält eine kommunale Gesamtplanung für sinnvoll, die über die Vereine hinausgeht: «Sportangebote der Gemeinden selbst, der Volkshochschulen, des Roten Kreuzes, der Ju- gendhilfe oder anderer Organisationen sollten darin aufgenommen werden.» In Baden- Württemberg gebe es bereits zahlreiche Beispiele für kommunale Sportentwicklung. Als eine der ersten Kommunen führte die knapp 9500 Einwohner zählende Gemeinde Pliezhausen (Kreis Reutlingen) eine Kooperative Planung durch. Ein Ergebnis war die Gründung einer Kindersportschule, die von den örtlichen Vereinen getragen wird. Sie bietet Kindern und Ju- gendlichen ein umfangreiches Sport- und Bewegungsprogramm, ist aber keine der üblichen Talentschmieden. Weitere gute Ansätze für kommunale Sportentwicklung gibt es nach Eckls Worten unter anderem in Tuttlingen und in der Region Stuttgart in Fellbach (Rems-Murr-Kreis), Remseck (Kreis Ludwigsburg), Sindelfingen und Esslingen. In Freiburg habe ebenfalls ein intensiver Planungsprozess begonnen. Seit November werden dort die Angebote der Vereine ermittelt, im Mai soll die Bevölkerung befragt und der Stand des Schulsports erfasst werden. Vom Herbst dieses Jahres an würden dann die Daten aufbereitet und eine Handlungsempfehlung erarbeitet. (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung im Internet: http://www.sportentwicklungsplanung.de) Quelle: Staatsanzeiger Baden-Württemberg Nr.15, 22. April 2003, Seite 3 Kommunen denken um Regionale Kooperationen bei Sportplanungen Immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg versuchen das örtliche Sportangebot durch Kooperation der Vereine und einen gezielten Sportentwicklungsplan zu verbessern. «Nicht zuletzt wegen der Finanzknappheit setzt in den Gemeinden ein Umdenken ein», sagte der Geschäftsführer des Stuttgarter Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung, Ste- fan Eckl, in einem dpa-Gespräch. «Nicht jede Kommune kann sich ein eigenes Hallenbad oder eine große Halle für Spitzensport leisten. Deshalb werden regionale Kooperationen immer wichtiger», erklärte Eckl, dessen Institut Städte und Gemeinden bei der Entwicklung ihrer Sportplanung berät. Er bewertete die neuen Leitsätze des Städtetages für die kommunale Sportentwicklung als sehr positiven Ansatz. «Die Kommunen haben erkannt, dass das bisherige Angebot nicht ausreicht, um den vielfältigen Veränderungen im Sport gerecht zu werden», sagte Eckl. So hätten Untersuchungen ergeben, dass sich etwa 70 Prozent der Menschen in irgendeiner Weise sportlich betätigt, aber nur 30 Prozent dies in einem Verein tun. «Deshalb reicht die Standard-Infrastruktur der Sportanlagen, wie sie bis in die 70-Jahre in allen Gemeinden gebaut wurde, nicht mehr aus», meinte Eckl und plädiert für neue Bewe- gungsräume, die den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Da aber die finanziellen Mög- lichkeiten vieler Vereine begrenzt sind, könnten die Kommunen deren Kooperation und die gemeinsame Nutzung der Sportstätten fördern. Das führe zu einer besseren Auslastung der bestehenden Einrichtungen und könne beim Neubau von Sportanlagen und Hallen berück- sichtigt werden. Eckl hält eine kommunale Gesamtplanung für sinnvoll, die über die Vereine hinausgeht: «Sportangebote der Gemeinden selbst, der Volkshochschulen, des Roten Kreuzes, der Ju- gendhilfe oder anderer Organisationen sollten darin aufgenommen werden.» In Baden- Württemberg gebe es bereits zahlreiche Beispiele für kommunale Sportentwicklung. Als eine der ersten Kommunen führte die knapp 9500 Einwohner zählende Gemeinde Pliezhausen (Kreis Reutlingen) eine Kooperative Planung durch. Ein Ergebnis war die Gründung einer Kindersportschule, die von den örtlichen Vereinen getragen wird. Sie bietet Kindern und Ju- gendlichen ein umfangreiches Sport- und Bewegungsprogramm, ist aber keine der üblichen Talentschmieden. Weitere gute Ansätze für kommunale Sportentwicklung gibt es nach Eckls Worten unter anderem in Tuttlingen und in der Region Stuttgart in Fellbach (Rems-Murr-Kreis), Remseck (Kreis Ludwigsburg), Sindelfingen und Esslingen. In Freiburg habe ebenfalls ein intensiver Planungsprozess begonnen. Seit November werden dort die Angebote der Vereine ermittelt, im Mai soll die Bevölkerung befragt und der Stand des Schulsports erfasst werden. Vom Herbst dieses Jahres an würden dann die Daten aufbereitet und eine Handlungsempfehlung erarbeitet. - 2 -