Kooperative Sportentwicklungsplanung

Das Modell der Kooperativen Planung wurde ursprünglich für die Planung von Sport- und Bewegungsräumen entwickelt und für die komplexeren Anforderungen kommunaler Sportentwicklungsplanung modifiziert. In allen Projekten hat die Planung in Form eines "runden Tisches" zu überzeugenden Lösungen und innovativen Ergebnissen geführt. Sie stellt ein effizientes Planungsverfahren dar, das in der Lage ist, komplexe Aufgaben im Bereich der Sportentwicklungsplanung zu bewältigen.

Diese partizipatorische, aus anderen gesellschaftlichen Bereichen bekannte und vor dem Hintergrund theoretischer Netzwerkmodelle der Politikwissenschaft entworfene Planungskonzeption strebt ein Verfahren der konsensualen Entscheidungsfindung an, bei dem von vornherein Betroffene, Planungs- und lokale Experten sowie die Vertreter lokaler sozialer Gruppen in den Planungsprozess eingebunden werden. Dabei ist eine ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung - über die Grenzen der Fachpolitik hinaus -, eine intensive Kooperation zwischen Sportpolitik, Sportverwaltung und Sportselbstverwaltung sowie das Zusammenführen des Orientierungswissens der Experten aus der Wissenschaft mit dem Erfahrungswissen der Experten aus dem Anwendungsfeld anzustreben.

Die Kooperative Planung stellt daher lokale Planungsgruppen, die weitreichende Kompetenzen besitzen und verantwortlich und in weitgehender Selbständigkeit Handlungsempfehlungen für die Beschlussfassung in den lokalen Entscheidungsgremien erarbeiten, ins Zentrum des Planungsprozesses. Gerade die frühzeitige und kontinuierliche Beteiligung unterschiedlicher lokaler Interessens- und Zielgruppen am gesamten Planungsprozess bietet die größte Chance, dass sich die Sportentwicklung an den Interessen und Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Das kooperative Planungsverfahren, das durch die Stichworte Kooperation, Subsidiarität, Interdisziplinarität und Offenheit charakterisiert werden kann, nimmt damit die Forderungen auf, die im Rahmen der "Lokalen Agenda 21" als Ziel für zukünftige Planungen formuliert wurden.

Innerhalb des Planungsprozesses werden Daten und Ergebnisse aus Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen (z.B. Bevölkerungsbefragungen, Experteninterviews, Berechnungen des Sportstättenbedarfs) in die Diskussion eingespeist und von den lokalen Expertinnen und Experten bewertet. Gemeinsam werden aufbauend Leitziele, Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge erarbeitet, die als Grundlage für die künftige Sportpolitik dienen. Dabei wird der Fokus sowohl auf die Sport- und Bewegungsräume als auch auf die Angebots- und Organisationsstrukturen gelegt.