Es interessiert Sie, welche Projekte das ikps bereits begleitet hat?
Hier haben Sie die Möglichkeit, unsere Referenzprojekte nach verschiedenen Kriterien zu filtern. Für eine Schnellauswahl können Sie die Auswahllisten oben nutzen. Für eine komplexere Recherche nutzen Sie bitte die untenstehende Mehfachauswahl.

BISp-Forschungsprojekt "Grundlagen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen"

Mit der Vergabe des Forschungsprojektes "Grundlagen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen" an das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) endete die Ausschreibung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp). Ziel des Forschungsprojektes war die Ermittlung und Bewertung von Sportanlagen, die u.a. aus dem veränderten Sportverhalten der Bevölkerung resultuieren.

"Um notwendige Anpassungen von Baustrukturen an die aktuellen Veränderungen im Sportverhalten, Sportentwicklungsziele, globale Nachhaltigkeitsziele und betriebswirtschaftliche Anpassungen und Optimierungen ableiten zu können, soll in einem Teil A ein geeignetes Untersuchungsdesign für Erhebungen entworfen und in einem statistisch ausreichenden Maß an ausgewählten Sportstätten durchgeführt werden. Hieraus sollen in einem Teil B Erkenntnisse für eine nachhaltige Bereitstellung künftiger Sportanlagen und die Schnittstelle zu Sportgelegenheiten abgeleitet werden. Der Untersuchungsbereich soll auf Kernsportstätten in der Bandbreite von Sportplätzen bis Sporthallen und analoge Sportgelegenheiten beschränkt werden" (Auszug aus dem Ausschreibungstext).

In einem ersten Schritt wurden die Sportverhaltensstudien des ikps einer Re-Analyse unterzogen. Mit der detaillierten Auswertung des zusammengefassten Datensatzes wurden wichtige Forschungsfragen - etwa welche Nutzergruppen welchen Sport auf welchen Sportanlagen und -gelegenheiten durchführen - beantwortet. Aus dieser Analyse des Nachfragepotenzials konnten Folgerungen und Ziele für künftige Sportstätten und Sportgelegenheiten abgeleitet werden, die in die weiteren Forschungsschritte einflossen. Im weiteren Untersuchungsverlauf wurde ein Untersuchungsinstrumentarium entwickelt, welches die Erfassung und Bewertung von Sportstätten (traditionelle Sportanlagen, abweichende Sportanlagen, Sportgelegenheiten) ermöglichen soll. In einem zweiten Teilschritt wurde dieses Erhebungsinstrumentarium getestet und im Rahmen einer Feldstudie für ausgesuchte Sportanlagen / Sportgelegenheiten für detaillierte Analysen zur baulichen Struktur, zur formalen und tatsächlichen Nutzung sowie zu ökonomischen Aspekten der Sportstätten angewandt.

Auf der Basis der durch die Projektphasen eins und zwei gewonnenen Erkenntnisse und einer Auswertung bisher durchgeführter Modellprojekte zu zukunftsorientierten Sportstätten wurden Aussagen und Thesen formuliert, die durch eine qualitative Expertenbefragung bewertet und weiterentwickelt wurden. Die Forschungsergebnisse wurden in einem zentralen Forschungsbericht aufbereitet, diskutiert und Perspektiven der Weiterentwicklung von Sportanlagen aufgezeigt.

Laufzeit des Projektes: 09/2006 - 06/2008

 

Der Projektbeirat hat am Ende des Forschungsprojektes zehn Thesen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen formuliert:

  1. Das Spektrum an Sportanlagen wird sich - bei insgesamt weitgehend gleich bleibender Anzahl - verändern.
  2. Regelkonforme Sportanlagen bleiben bedeutsam - werden jedoch durch mehr regeloffene Sportanlagen ergänzt.
  3. Es sind Sportanlagen notwendig, die von einfacher bis zu anspruchsvoller Bauweise und sportfunktionaler Ausstattung sowie unterschiedlicher Aufenthaltsqualität für die Sporttreibenden reichen wie z.B. Kinder, Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen.
  4. Zugangsbeschränkungen werden fortbestehen - gleichwohl wird von Sportinteressenten und Sportaktiven eine Öffnung des Zugangs zu Sportanlagen erwartet.
  5. Der Bedarf an dezentralen wohnungsnahen Sportanlagen im Quartier/Stadtteil nimmt zu. In Städten und Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang kann nicht ausgeschlossen werden, dass große Sportanlagen nur noch an zentralen Standorten vorgehalten werden können.
  6. Im Sportanlagenbau werden kostengünstige Lösungen und Lebenszyklusbetrachtungen eine zunehmende Rolle spielen.
  7. Die Bedeutung von ökologischen Aspekten bei Planung, Bau und Betrieb von Sportanlagen wird zunehmen, insbesondere mit dem Ziel der Senkung des Ressourcenbrauchs und der Betriebskosten.
  8. Neue Planungsverfahren und -methoden müssen vermehrt zum Einsatz kommen.
  9. Neue Formen von Zusammenarbeit und Partnerschaft werden bei Sportanlagen entstehen.
  10. Die Weiterentwicklung von Sportanlagen bedingt eine bereitere Vielfalt an Bauformen und Sportanlagentypen sowie eine höhere bauliche Anpassungsfähigkeit.


Mitglieder des Projektbeirates waren:
Prof. Dr. Lüder Bach
Rudolf Behacker
Annemarie Erlenwein
Andreas Klages
Hartmuth Meyer-Buck
Niclas Stucke
Gottfried Tonhäuser

Please publish modules in offcanvas position.